
Autor: Ulrike Enke
Vortrag Wolfgang Keul
Zur freundlichen Beachtung: Änderung des Veranstaltunsortes!
Der Vortrag von Dr. Wolfgang Keul (Aßlar):„Ich wollte dir ein Liebeslied schreiben …“ findet nicht in der Phantastischen Bibliothek, sondern in der Alten Aula, Arnsburger Gasse statt.
Gesprächskreise
Literarischer Lese- und Gesprächskreis mit Dr. Wolfgang Keul
Hier finden Sie demnächst eine Zusammenstellung der Gesprächskreise, die unser Mitglied Dr. Wolfgang Keul im Laufe der vergangenen Jahre angeboten hat.
2020: Zeitgeschichte im Spiegel der Literatur: Fontane – Delius – Celan
Vorgestellt und diskutiert wurde „Zeitgeschichte im Spiegel der Literatur“, beginnend mit Theodor Fontanes Ballade »Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland« (1889) und Friedrich Christian Delius’ Erzählung »Die Birnen von Ribbeck« (1991). An einem der folgenden Termine wurde das Gedicht »Todesfuge« (1944/45 bzw. 1948) von Paul Celan behandelt.
2019: Moderne Texte / Zeitgeschichtliche Ereignisse
Dr. Wolfgang Keul rundete seinen langjährigen literarischen Lese- und Gesprächskreis in diesem Halbjahr mit einigen modernen Texten ab, insbesondere mit solchen, die zeitgeschichtliche Ereignisse in der Literatur spiegeln. Behandelt werden soll zunächst Stefan Heyms Roman »Der König David Bericht«.
2018: Novellen
Der literarische Lese- und Gesprächskreis wurde auch in diesem Halbjahr wieder in bewährter Weise von Dr. Wolfgang Keul mit dem Rahmenthema »Novellen« weitergeführt. Auf dem Programm der vier Termine standen Kleist: »Michael Kohlhaas«, Droste-Hülshoff: »Die Judenbuche«, Storm: »Der Schimmelreiter« und Hauptmann: »Bahnwärter Thiel«.
2017: Schachnovelle
Behandelt wurde Stefan Zweigs »Schachnovelle« (1942) und mit ihrer Verfilmung von 1960 verglichen.
2016: Fontane / Heine
Das Programm begann mit Theodor Fontanes Roman »Stine« sowie Heinrich Heines Versepos »Deutschland. Ein Wintermärchen«.
Jasmin Behrouzi-Rühl: Kulturgeschichte des Spazierstocks
Vortrag von Dr. Jasmin Behrouzi-Rühl (Bad Nauheim):
Kulturgeschichte des Spazierstocks
„Die Feder ist dem Denken was der Stock dem Gehen“ – Arthur Schopenhauer hat mit diesem Verdikt ein schönes Bild für das Denken gegeben. Aber dem Stock wird er damit nicht gerecht, denn der Spazierstock war ein unerlässliches Werkzeug für das Flanieren des Bürgers seit dem Biedermeier. Auch Arthur Schopenhauer, der 30 Jahre hindurch Frankfurt durchstreift hat, tat das nie ohne seinen Spazierstock. Der Lichtbildervortrag beleuchtet die Kulturgeschichte des Spazierstockes und seine Verwendung. Schopenhauers Spazierstock wird ebenso zu sehen sein, wie der von Christoph Martin Wieland und eine Reihe anderer, besonderer Stöcke.
Arthur Schopenhauer mit seinem Pudel „Butz“ und Spazierstock (1870). – Zeichnung von Wilhelm Busch (1832-1908) |
Die große Zeit der Spazier- und Flanierstöcke begann im Biedermeier, allgegenwärtig waren sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Wenn das Herrchen von Bauschan in Thomas Manns kleiner Erzählung „Herr und Hund“ zum „städtischen Stock“ greift, weiß Bauschan, dass für diesmal alles verloren ist und dass es kein Jagen in Wald und Feld für ihn mit seinem Herrn geben wird.
Dabei konnte und kann kein Hund die Kunstfertigkeit ermessen, die bei der Formgebung, Gestaltung und Produktion von Spazierstöcken notwendig war und aufgewendet worden ist. Leider wissen das heute auch nur noch wenige Menschen, denn die Zeit der Spazierstöcke endete zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seither sind es die Sammler und die Museen, die sie als Kulturgut bewahren.
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Dr. Jasmin Behrouzi-Rühl studierte in Frankfurt Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Von 2000 bis 2005 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Flurnamenarchiv der Justus-Liebig-Universität Gießen und unterrichtete mittelalterliche Sprache und Literatur. Seit dem 1. März 2018 ist sie Direktionsassistentin im Freien Deutschen Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum.
Die Veranstaltung findet statt am Montag, den 15. Juni 2026 um 19.30 Uhr in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Turmstraße 20.
Wolfgang Keul: „Ich wollte dir ein Liebeslied schreiben …“
Achtung: neuer Veranstaltungsort! Der Vortrag findet in der Alten Aula, Arnsburger Gasse in Wetzlar statt.
Dr. Wolfgang Keul (Aßlar):
„Ich wollte dir ein Liebeslied schreiben …“ – Zweiter Streifzug durch die deutschsprachige Liebeslyrik
Vortrag mit Rezitationen
Ernst ist der Frühling, seine Träume
Sind traurig, jede Blume schaut
Von Schmerz bewegt, es bebt geheime
Wehmut im Nachtigallenlaut.
Heinrich Heine (1797–1856): Neue Gedichte
Wie bei Heinrich Heine schwingen auch die Gedichte der kleinen Reihe zu Motiven deutschsprachiger Liebeslyrik zwischen Beglückung und Kummer. Widmete der erste Vortrag sich im April 2025 den Texten, in denen Dichterinnen und Dichter eigenes Erleben künstlerisch gestalteten, möchte dieser zweite Vortrag an vier Beispielen aus unterschiedlichen Epochen zeigen, wie Frauen poetisch gesehen und geschildert werden: als unerreichbares Idealbild, Sexualobjekt, „femme fatale“ und selbstbestimmte Partnerin.
„Die höfische Gesellschaft des Hochmittelalters legte adligen Damen durch einen strikten Verhaltenskodex restriktive Zwänge auf. Walther von der Vogelweide umging diese Normen provokant; sein Minnelied dürfte als befremdend, wenn nicht schockierend empfunden worden sein. Ein berühmtes Gedicht des jungen Johann Wolfgang Goethe offenbart einen überaus bedenklichen Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, den jedoch der sprachliche Zauber nachhaltig zu kaschieren vermag. In einem Couplet aus dem Film ‚Zu neuen Ufern‘ (1937) verkörperte Zarah Leander eine Halbweltdame von anrüchiger Moral, die allerdings, schaut man näher hin, systemkonform der NS-Ideologie verpflichtet ist. Ulla Hahn schließlich zeigt einen Weg auf, wie eine moderne Frau auch ohne feministischen Furor zu einer partnerschaftlichen, erfüllten Liebesbeziehung findet.“ (W. Keul)
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Wolfgang Keul stammt aus Aßlar. An der Goetheschule Wetzlar legte er sein Abitur ab und studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen Germanistik und Geschichte. Er unterrichtete seine Studienfächer an der Goetheschule Wetzlar und bekleidete dort eine Funktion in der Schulleitung. Seit seiner Pensionierung arbeitet er nun an literaturwissenschaftlichen Publikationen.
Die Veranstaltung findet statt am Montag, den 11. Mai 2026 um 19.30 Uhr in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Turmstraße 20
Hannes Höfer: Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und der zeitgenössische Unterhaltungsroman
Vortrag von Dr. Hannes Höfer (Jena):
Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und der zeitgenössische Unterhaltungsroman
– Antiquariat Dr. Haack Leipzig → Privatbesitz (Wikipedia, 01_2026)
Schon die Zeitgenossinnen und Zeitgenossen stellten fest, dass mit „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (1795/96) literaturgeschichtlich etwas Neues begann. Der Roman erzählte die Entwicklung eines einfachen Bürgers in bisher nicht dagewesener Schlüssigkeit und wurde so zum Gründungsdokument dessen, was die nachfolgende Literaturgeschichtsschreibung den Bildungsroman nannte. Doch der Roman war ebenfalls ein Kind seiner Zeit: Spektakuläre Überfälle durch Räuber, im Verborgenen wirkende Geheimbünde oder verwickelte Liebesabenteuer waren gut etablierte Handlungselemente des Unterhaltungsromans am Ende des 18. Jahrhunderts. Wie Goethe diese Tradition für seinen Roman nutzte, soll im Vergleich mit einigen der damals vielgelesenen Räuber-, Geheimbund- und anderen Unterhaltungsromanen gezeigt werden.
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Dr. Hannes Höfer ist Geschäftsführer der Goethe-Gesellschaft in Weimar. Zuletzt publizierte er über Goethe und das Satirische, in: Goethe-Jahrbuch 2024 (2025), sowie zusammen mit Marc Grohall und Stefan Matuschek: Literatur um 1800. Reclam Kompaktwissen XL, 2026.
Die Veranstaltung findet statt im Anschluss an die Jahreshauptversammlung unserer Goethe-Gesellschaft am Montag, den 20. April 2026 um 19.30 Uhr in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Turmstraße 20.
Jahreshauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025
Jahreshauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025
Tagesordnung:
- Bericht des Vorsitzenden
- Bericht der Schatzmeisterin und der Kassenprüfer
- Nachwahl eines Kassenprüfers
- Anträge
- Anträge zur Beschlussfassung in der Jahreshauptversammlung sind bis spätestens 23.02.2026 beim Vorstand einzureichen.
- Anfragen und Verschiedenes
Diese Ankündigung gilt als satzungsgemäße Einladung, da die vorliegende Programmübersicht an alle Mitglieder verschickt wird.
Die Jahreshauptversammlung findet statt am Montag, den 20. April 2026 um 19.00 Uhr in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Turmstraße 20.
Olaf L. Müller: Goethes und Johann Ritters Reise ins Ultraviolette
Vortrag von Prof Dr. Olaf L. Müller (Berlin):
Johann Wolfgang von Goethes und Johann Ritters gemeinsame Reise ins Ultraviolette
Im Mai 1792 hätte Goethe mit seinen geliebten Leuchtsteinen fast das UV-Licht entdeckt. Als Johann Ritter im Februar 1801 endlich auch so weit war – und zwar anstelle der Leuchtsteine mit einer photochemischen Substanz namens Hornsilber – tauschten sich der romantische Physiker und der Weimarer Klassiker über ihre Erkenntnisse aus. Kurz darauf vollzog Ritter den Schritt, den Goethe ursprünglich verpasst hatte. Ritter jubelte: „Dieser Versuch sieht einem Zauber ähnlich, indem hier Finsterniß selbst Licht zu erzeugen scheint.“
In unserem Vortrag wird die nobelpreisverdächtige Pioniertat gefeiert, die Goethe und Ritter vor über 225 Jahren vollbrachten. Es handelt sich um eine beispiellose Kooperation des umstrittenen Farbenlehrers Goethe mit einem jungen Genie der romantischen Physik. Sie wirft die bis heute spannende Frage auf, was geschehen wäre, wenn die beiden Forschungspersönlichkeiten in den Folgejahren weiter kooperiert hätten.
Johann Wilhelm Ritter (1776–1810). Zeitgenössische Darstellung eines anonymen Künstler (Aus: Klaus Günzel, Die deutschen Romantiker, Zürich 1995 / Wikipedia) |
Olaf L. Müller (www.farbenstreit.de) ist Professor für Naturphilosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Seit Jahren versucht er, Goethes Farbenlehre aus physikalischer Perspektive so stark zu machen wie möglich (Mehr Licht, Fischer Verlag 2015). In einem jüngst erschienenen Buch erzählt er die Erfolgsgeschichte der wissenschaftlichen Kooperation zwischen dem jungen genialischen Johann Ritter und dem damals alles andere als arrivierten Goethe (Ultraviolett, Wallstein Verlag 2021, Schriften der Goethe-Gesellschaft Weimar, Band 80). Zudem ist Müller Mitherausgeber eines Sammelbandes über die Forschungsmethode, derer sich Goethe und Ritter bedienten (Goethe, Ritter und die Polarität, Mentis Verlag 2021).
Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 17. März 2026 um 16.00 Uhr in der Werner-von-Siemens-Schule, Dammstraße 62, 35576 Wetzlar statt.
Grußwort unseres Vorsitzenden zum Jahresbeginn 2026
„Ei, bin ich denn darum achtzig Jahre alt geworden, daß ich immer dasselbe denken soll? Ich strebe vielmehr täglich etwas Anderes, Neues zu denken, um nicht langweilig zu werden. Man muß sich immerfort verändern, erneuen, verjüngen, um nicht zu verstocken.“
(Goethes Gespräch mit Friedrich von Müller, 24. April 1830)
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Liebe Goethe-Freundinnen, liebe Goethe-Freunde,
Goethes eigener Anspruch, sich stets zu verändern und Neues zu denken, begleitet unser Programm im ersten Halbjahr 2026. Zur Neujahrsmatinee begegnen wir Goethes Märchen „Der neue Paris“ in einer besonderen Form: als Papiertheater. In dem von der Stadt Wetzlar ausgerufenen Jahr der Optik 2026 richten wir den Blick auf Goethes Arbeit im Bereich Optik und Farben, insbesondere auf die Entdeckung des UV-Lichts; erstmalig ist unser Veranstaltungsort das Atrium der Werner-von-Siemens-Schule, die als Schule mit technischem Profil den passenden Rahmen bietet, um über Goethes Denken an der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Philosophie zu hören.
Im weiteren Verlauf wenden wir uns Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ zu, gelesen als überraschend moderner Unterhaltungsroman. Ein Abstecher in die Liebeslyrik aus weiblicher Sicht öffnet uns eine neue Perspektive, bevor wir zum Sommer hin den Blick ins Freie wenden und von der Kulturgeschichte des Spazierstocks erfahren.
Wir hoffen, für alle Goethe- und Literaturinteressierten sind anregende Angebote dabei, und laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit uns zu entdecken, wie sehr Goethe auch heute noch zur Erneuerung des Denkens anregt.
Im Namen des Vorstands und des Beirats
Oliver Meyer-Ellendt, Erster Vorsitzender
Nach unserer Veranstaltung über die Faust-Vertonung des Fürsten Radziwiłł anlässlich Goethes Geburtstags am 28. August 2025 konnte die geplante Wiederholung der Aufführung in Gießen leider nicht stattfinden. Sobald Ort und Datum dieses Ersatztermins feststehen, informieren wir Sie gern per E-Mail.
Überhaupt möchten wir Sie bei kurzfristigen Programmänderungen künftig schnell erreichen und auch frühzeitig auf geplante Reisen und Ausflüge hinweisen. Daher laden wir Sie herzlich ein, sich in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen zu lassen. Schreiben Sie bei Interesse bitte eine kurze Mail an: vorstand@wetzlarer-goethe-gesellschaft.de.
Weimar-Reise 2025
ür ein paar Tage war Weimar fest in Wetzlarer Hand: 39 Mitglieder der Goethe-Gesellschaft fuhren im Gimmler-Bus in die Klassiker-Stadt. Reiseleiter Dieter Lehnhardt kündigte ein straffes und abwechslungsreiches Programm an: „Es geht vom Gartenhaus im Park an der Ilm über Goethes Wohnhaus am Frauenplan bis ins Nationalmuseum.“ Spätabends fuhr die Gruppe noch zum „Theater im Gewölbe“ im Cranach-Haus am Marktplatz, wo der nächste große Dichter auf dem Programm der Kleinkunstbühne stand: Christoph Martin Wieland.
Dazu passend folgte am zweiten Tag der Besuch des Wieland-Guts in Oßmannstedt, das alle Mitfahrenden begeisterte. Weil das Verhältnis zwischen Wieland und Goethe äußerst spannend ist, wird sich auch der nächste Referent der Wetzlarer Goethe-Gesellschaft am 27. Oktober um 19.30 Uhr in der Phantastischen Bibliothek dem Verhältnis dieser beiden Dichter widmen: Klaus Manger spricht über Christoph Martin Wieland und Goethe.
Gäste sind herzlich willkommen!
Zum Abschluss der zweitägigen Fahrt übergab der Vorsitzende, Oliver Meyer-Ellendt, Reiseleiter Lehnhardt als augenzwinkerndes Dankeschön zwei gewaltige, rote Backhandschuhe, sinnig bestickt mit „Faust I“ und „Faust II“. Meyer-Ellendts Fazit lautete: „Diese Reise bot Kultur satt, machte viel Spaß und große Lust auf die nächste Tour.“
Foto: Wetzlarer Goethe-Gesellschaft / privat (Zum Vergrößern anklicken.)
Den Bericht unseres Mitglieds Dagmar Thum finden Sie unter diesem Link: 2025 Weimarreise Thum.




